Die Wettberwerbsaufgabe bestand darin, einen Baulücke in der gründerzeitlichen Paulstadt in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern) mit einer Wohnbebauung zu schließen.

Der hintere Teil des Grundstücks kann durch die Gebäudedurchfahrt fußläufig oder mit PKW erreicht werden. In der Durchfahrt befindet sich zudem der Haupteingang zum Treppenhaus. Von dort aus gelangen die Bewohner in den Technikraum und die beiden Wohnungen.

Die straßen- und hofseitigen Außenwände befinden sich traufständig in Flucht mit der Nachbarbebauung und schließen die Baulücke vollständig. Die Gebäudehöhe ist am angrenzenden Haus Nr. 60 ausgerichtet. 

Die Form des Satteldaches ist in der Lübecker Straße mehrfach vorzufinden. Die Neigung der hofseitigen Dachschräge entspricht mit 30 Winkelgraden der Ideal-Neigung für Photovoltaikanlagen. Das straßenseitige Dach ist mit 50 Winkelgraden zugunsten des dahinter liegenden Wohnraums steiler ausgebildet. 

Geplant ist eine horizontal gegliederte Fassade mit stehenden Fensterformaten. Die Straßenfassade wird im Bereich der Obergeschosse verputzt und im Erdgeschoss als Metallfassade ausgebildet.  Hinsichtlich der Farbigkeit sind beide Materialien in einem hellen sandfarbenden Ton dem Straßenbild angepasst. 

Die Fenster und das Tor im Erdgeschoss können durch seitliche Schiebeelemente verschlossen werden. Die Schiebeelemente parken im geöffneten Zustand hinter feststehenden Elementen der Metallfassade. Das Dach wird zur Straße mit einem grauen Ziegel gedeckt. Insgesamt ergibt sich so ein ruhiges, zurückhaltendes Erscheinungsbild.

Die Hoffassade steht im bewussten Kontrast zur Straßenfassade. Durch die Platzierung von durchlaufenden Loggien und bodentiefen Fenstern gewinnt die Gebäuderückseite an räumlicher Tiefe und Offenheit. Terrassenböden, Wände und Decken im Bereich der Loggien und Terrassen werden komplett mit Holzlatten bekleidet um den privaten Außenraum beider Wohnungen besonders einladend zu gestalten. 

Dreh- und Angelpunkt der beiden Wohnungen ist jeweils die großzügige Wohnküche, welche sich durch die großformatigen Terrassenfenster zum Hof hin öffnet. Beide Wohnungen erstrecken sich über 2 Etagen und sind über zusätzliche Innentreppen verbunden. Die im 2. Obergeschoss gelegene Wohnung verfügt zudem über eine Galerie mit Blick in die Wohnküche mit doppelter Raumhöhe. Der Dachraum wird somit vollflächig ausgenutzt.